EU
Einlagensicherung

Die Richtlinie 2014/49/EU über Einlagensicherungssysteme zielt darauf ab,
die nationalen Einlagensicherungssysteme weiter zu harmonisieren und sie mit mehr Mitteln auszustatten.

Quelle: BaFin

In jedem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) wird durch nationale Einlagensicherungssysteme garantiert, dass bis 100.000,- Euro pro Kunde und pro Bank gesichert sind. Mit der neuen Einlagensicherungsrichtlinie wird für einen bestimmten Zeitraum der Schutz auf bis zu 500 000 Euro erhöht für Einlagen, die für die Lebensführung des Einlegers von besonderer Bedeutung sind. Für einen bestimmten Zeitraum nach Einzahlung - in Deutschland sechs Monate - beträgt der Schutz bis zu 500.000,- Euro, soweit die Einzahlung mit bestimmten Lebensereignissen zusammenhängt, die für die Lebensführung des Einlegers von besonderer Bedeutung sind (z.B. bei Verkauf einer Privatimmobilie).

Eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 1994 (Richtlinie 94/19/EG) führte Mindestanforderungen an die Einlagensicherung ein. Als Reaktion auf die Finanzkrise 2008, wurde die Richtlinie schnell geändert (siehe Richtlinie 2009/14/EG). Insbesondere wurde die Deckungssumme in zwei Schritten auf 100.000,- Euro bis Ende 2010 angehoben. Am 2. Juli 2014 trat die neue Richtlinie 2014/49/EU in Kraft.

Die Richtlinie, die zum 3. Juli 2015 in nationales Recht umzusetzen war, stellt weitergehende harmonisierte Anforderungen an die nationalen Einlagensicherungssysteme. Zu diesem Datum trat in Deutschland das neue Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) in Kraft.

Deckungssumme: Die Einlagensicherung besteht nach wie vor in Höhe von 100.000,- Euro pro Einleger und Bank.
Der Schutz kann sich für einen bestimmten Zeitraum auf bis zu 500.000,- Euro erhöhen für Einlagen, die für die Lebensführung des Einlegers von besonderer Bedeutung sind.

Schnelle Auszahlung: Im Falle einer Bankinsolvenz sollen spätestens ab 2024 Kontoinhaber ihre Einlagen innerhalb von sieben Tagen zurückerhalten. In Deutschland wurde die Frist bereits ab dem 1. Juni 2016 von zwanzig auf sieben Arbeitstage verkürzt.
Information: Banken müssen ihre Kunden informieren, wie die Einlagen geschützt sind.

Finanzierung: Jedes Land in der EU muss seine eigenen Einlagensicherungsfonds aufbauen. Die nationalen Fonds sollen grundsätzlich mit 0,8 Prozent der national gesicherten Einlagen ausgestattet werden.

Links
› Einlagensicherungsgesetz 
› Richtlinie 2014/49/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über Einlagensicherungssysteme
› Richtlinie 2009/14/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2009 zur Änderung der Richtlinie 94/19/EG des Europäischen Parlaments   und des Rates vom 30. Mai 1994 über Einlagensicherungssysteme im Hinblick auf die Deckungssumme und die Auszahlungsfrist
› Richtlinie 94/19/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 1994 über Einlagensicherungssysteme